Rex, Münsterländer

Unser Aquarium!


Dekoration oder Lebensraum!

Nun hatte uns also das Fischfieber gepackt! Ein Aquarium sollte unser Wohnzimmer verschönen, den Kindern Tiere näher bringen, uns neu herausfordern. Standesgemäß haben wir mit einem kleinen Becken mit Guppies begonnen. Die typischen Schwarzwasserfische, wie Neonsalmer usw. beigemischt. Bald jedoch sind wir auf ein großes Aquarium umgestiegen, 1 m x 40cm x 50cm. Da wir hier sehr kalkhaltiges, hartes Wasser hatten, war dies nicht ohne Probleme und deshalb sind wir dann umgestiegen auf Malawi-Buntbarsche.
Die Familie der Cichlidae (Buntbarsche) ist groß. Knapp die Hälfte gehört zu der riesigen Gattung Haplochromis. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Cichliden erstreckt sich über Afrika, Mittel-u. Südamerika bis nach Asien.
Melanochromis auratus: Türkisgoldbarsch, kommt aus dem Malawi-See, sie sind revierbildend und polygam, gehören zu den Maulbrütern, lieben Steinaufbauten und Versteckmöglichkeiten, 25-28 Grad und mittelhartes Wasser, 1 Männchen auf 4 Weibchen.
Pseudotropheus zebra:Blauer Malawibuntbarsch, revierbildend, polygam, Maulbrüter, recht agressiv, brauchen Becken mit mind. 80cm Länge, Höhlen, robuste Bepflanzung, 25-28 Grad und mittelhartes Wasser.

Anomalochromis Thomasi:Afrik. Schmetterlingsbuntbarsch, Vorkommen: Afrika, Sierra Leone, Süd-Guinea, Liberia, revierbildend, sehr friedlich, wühlen nicht, sorgfältige Brutpflege, dichte Bepflanzung, Steine, Wurzeln, 26-27 Grad, eher weiches Wasser,
Pelvicachromis pulcher:Purpurprachtbarsch, südliches Nigeria, revierbildend, paarweise, friedlich, wühlt gern, 26-28 Grad und mittelhartes Wasser, laicht meist an einem Höhlendach ab, Brutpflege.

Pimelodus blochii:Antennenwels, kommt in allen größeren Flüssen Südamerikas vor, gegen Artgenossen bissig, nachtaktiv, fißt Algen.

Es dauert immer eine geraume Zeit, bis so ein Aquarium weitestgehend von selbst läuft. Dazu gehört das richtige Wasser, der aufeinander abgestimmte Fischbesatz und das regelmäßige Überprüfen und Reinigen. Unser Aquarium war von einem Bekannten selbstgebaut und hatte nur einen, aber entscheidenden Fehler: die Höhe. Da die Leuchtstoffröhren im Deckel angebracht waren, waren die 50 cm Höhe für eine uhrige Pflanzenwelt viel zu hoch. Bei den Malawi-Buntbarschen, die für sich allein schon interessant sind, brauchten wir nicht so viele Pflanzen, wie beispielsweise in einem richtigen Schauaquarium. Obwohl wir uns damals viel mit der gesamten Materie beschäftigten und auch noch ein zweites, kleineres Becken besaßen, passierten komische Dinge: Fische lagen trotz Abdeckung auf dem Teppich davor. Fische aus dem großen Aquarium schwammen plötzlich im Kleinen. Fische verschwanden urplötzlich von der Bildfläche. Lange Zeit hatten wir für diese Phenomene keine Erklärung! Erst später haben uns unsere Kinder aufgeklärt. Meist sonntags morgens, wenn wir noch schliefen, haben sie mit den Fischen gespielt!! So haben sie Fischgeburtstage gefeiert, indem die Fische sich gegenseitig besuchten, sie haben die Fische herausgefangen und nach dem Fischbuch sortiert. Nur am Ende wußten sie manchmal nicht mehr, welcher Fisch wohin gehört.
Junge Forscher soll man in ihrem Forscherdrang zwar nicht bremsen, aber wir haben das Hobby Fische daraufhin aufgegeben!


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10.09.2000 ©Gabriele Berg