Kampf-Schildkröten-Verordung?


Die aktuelle Kampfhunde-Verordnung wirft viele, nicht immer durchdachte Fragen auf und deshalb will ich mich heute einmal mit der ebenfalls wichtigen, sowie dringlichen Frage nach einer ebensolchen Verordnung für Kampf-Schildkröten widmen.

Kampfschildkröten, sind als solche nur durch ihr Verhalten identifizierbar. Sie legen ein deutlich agressiveres Verhalten an den Tag, während sie des Nachts ohne veränderte Wesensmerkmale bei ihren Artgenossen schlafen. Überhaupt zeigt sich die große Bereitschaft, grundlos einen gefährlichen Angriff zu starten, ausschließlich der Gattung Mensch gegenüber.
Dies sollten alle Schildkrötenhalter wissen und sich demgegenüber wappnen. Es kann nicht angehen, daß das Kampf-Tier bereits im Alter von nur 2-3 Jahren seinen Besitzer dominiert. Am Beispiel unserer Kampfschildkröten will ich die Bedeutung dieses Umstandes einmal erlauml;utern.
Im ersten und auch noch im zweiten Jahr der Nachzucht, benahmen sich unsere Schildkröten-Babies lieb und ihrer Art entsprechend. Der Apettit war groß und das Nahrungsangebot wurde nach Vorlieben gut angenommen.
Ansonsten lebten die Tiere, besonders im Freilandgehege überwiegend verborgen, was durchaus ihrer Natur entspricht. Doch nun, in diesem Jahr wird der Charakter der Kampfschildkröte in vollem Ausmaß sicht- und spürbar.Wenn nun ein Mensch, dabei ist es völlig egal, ob die Tiere den Menschen kennen, in das Gehege faßt, um Nahrungsmittel anzubieten - geschieht folgendes:
Die Jungtiere schnüffeln zunächst kurz an dem Essbaren, dann wenden die Tiere in affenartiger Geschwindigkeit ihren Kopf in Richtung der ungeschützten Finger, werfen in Sekundenbruchteilen ihren Kopf in den Nacken, reißen das gefährliche Maul weit auf, um dann entschlossen zuzubeißen.
Diese Biße werden solange fortgesetzt, bis es dem Menschen endlich gelingt sich loszureißen und das Weite zu suchen.Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß wir zu keinem Zeitpunkt den Versuch unternommen haben, unsere Schildis zu Kampfmaschinen zu machen!
Gelegentlich, wie man in den zurückliegenden Jahren mehrfach im TV verfolgen konnte, gibt es Gegenden auf der Welt, wo dies intensiv betrieben wird. (USA- Ninja-Turtles).
Es wird ein großes Interesse des Militärs vermutet!
Unserer persönlichen Meinung nach, handelt es sich bei der agressiven Ausprägung besonders der Jungtiere in den meisten Fällen um ein übersteigertes, aber normales Verhalten, dem unserer Jugendlichen während der Pubertät nicht unähnlichen Aufbegehrens.
So konnten, in den typischen Gegenden der natürlichen Verbreitung der Landschildkröten, vermehrt Tierkadaver gefunden werden, deren Schabespuren an den Knochen davon zeugen, daß Schildkröten anwesend waren.
In füherer Literatur wurde publiziert, daß Landschildkröten auch tierische Nahrung zu sich nehmen, bevorzugt als Aas. Dem muß inzwischen jedoch widersprochen werden.
Das Vorausgesagte läßt eher den Schluß zu, daß die Schildis aktiv an der Jagd nach Beute teilnehmen. Wahrscheinlich sind viele der getöteten Lämmer, die bisher Raubtieren, wie Hund, Geier oder Adler angelastet wurden, von besonders agressiven Schildkröten erlegt worden.
Dieses Verhalten kann bei der häuslichen Haltung von Schildkröten natürlich nicht geduldet und hingenommen werde.
Es werden inzwischen deutlich mehr Schildkröten-Halter in Deutschland ausgemacht, die ein Pflaster an ihrer Hand tragen und auf Anfrage verschämt die Heimwerkertätigkeit vorschieben.
NEIN NEIN und nochmals NEIN!Stehen Sie dazu, wenn auch Sie eine Kampfschildkröte ihr eigen nennen und unternehmen sie was!
Seien sie von Anfang an streng und konsequent zu ihren Schildkröten. Strafen Sie sie nie mit Verachtung, oder gar Schlägen - sonst wehrt sie sich eines Tages brutal.
Sehr zu empfehlen sind Einrichtungen, wie eine"Schildkröten-Schule", vereinzelt konnten schon "Hunde-Schullehrer" für diese verantwortungsvolle Tätigkeit gefunden werden. Auch eine "Welpen-Gruppe" wäre für die Sozialisierung der Jungtiere zu empfehlen. (Quarantänezeit von 2 Monaten einhalten).
In besonders schlimmen Fällen sollten Sie den Gang zu einem erfahrenen Schildkröten-Psychologen nicht scheuen. Es ist keine Schande, wenn Sie sich professioneller Hilfe bedienen.
Unsere besondere Aufmerksamkeit sollten wir Alle auf die Mitmenschen haben, die trotz Verbot Schildkröten "scharf" machen. Hier hilft es nur, wenn man solche Halter der Behörde meldet.
Selbstverständlich wird kein Schildiliebhaber jemals an einem Schildkrötenkampf teilnehmen, weder als Zuschauer, noch als Wett- Teilnehmer. Wer sein Geld beim Wetten verlieren will, kann ja weiterhin bei jedem Pferderennen setzen.
Bei diesem Stichwort möchte ich gleich einhaken und auch das Schildkrötenrennen anprangern. Diesem Sport soll gelegentlich auch schon in Deutschland gefröhnt worden sein, insbesondere bei Eröffnungen von Kindergärten, Dorfsportplätzen und dergleichen in den 50er und 60erJahren des zurückliegenden Jahrtausends.
Inzwischen sollen solche Events erneut abgehalten werden. Wir finden es nicht erregend, wenn eine Schildkröte den Startschuß hörend, galloppartig und nur durch das Vorhalten eines Salatblattes und dem Gegröhle hunderter menschlicher Kehlen gebremst, nach 5 Metern die Startlinie überrennt, damit der Besitzer eine Trophäe erhält.
Darum fordern wir eine Verordung zum Schutz der Menschen vor gefährlichen Schildkröten, aber ebenso eine Verordung zum Schutz der Schildkröten vor gefährlichen Menschen.

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23.05.2004 ©Gabriele Berg