Spezialität - Maulbeerbaum, genial
für Vögel und Schildis!

Der geeignetste Baum, den Schildkröten- und Vogelliebhaber pflanzen sollten, ist der Maulbeerbaum. Eine sehr alte Kulturpflanze, auch in unseren Breiten, überall da, wo auch Reben gedeien. Nach eigenen Nachforschungen in alten Lexikas stammt der Maulbeerbaum/ strauch aus der gleichen ",Wurzel" , wie die Brennessel,was man eben an diesen Wurzeln noch gut erkennen kann. Der Baum wird in der freien Natur riesengroß mit weitausholender Krone.

Bei uns auf einem kleinen Grundstück sorgt der jährliche Rückschnitt für das richtige Habitat. Die zu "erntenden" Zweige, Blätter und vorallem die Früchte schmecken den Tieren offensichtlich gut und sind ungiftig.
Es gibt weiße und schwarze Maulbeeren und das sollte man berücksichtigen, wenn man diesen genialen Baum zu seinem "Sitzplatz-Baum" erklären möchte. In diesem Fall sind die weißen Früchte vorzuziehen, da es dann, wenn sie reif herunterfallen, keine hässlichen Flecken auf Stuhlauflagen und Kleidung gibt. Der Maulbeerbaum ist so gut wie nie von " Plagegeistern" (wie Läuse, winzige Mückchen usw.) befallen, wie man es von Birken oft kennt. Wer keinen Maulbeerbaum/strauch bei einer Baumschule bekommen kann, hat die Möglichkeit selbst einen Baum zu ziehen. Dazu genügen einige einjährige Triebe, die man mit Wurzelhormon behandelt, in Anzuchterde steckt und in "gespannter Athmosphäre"wurzeln läßt.Solche Triebe schneidet man am besten im Mai. Bekommen kann man sie von einem anderen Maulbeerbaum-Besitzer oder jemand vom Botanischen Garten gibt die Erlaubnis ein paar Zweige zu schneiden. Später kann man den bewurzelten "Stecken" durch Einkürzen des Triebes in gewünschter Länge zum seitlichen Austrieb bringen. Nach sechs bis sieben Jahren hat man so schon ein kleines Bäumchen. Wer sich ängstigt,daß der Baum doch zu groß werden könne, der kann ihn auch in einen "Mörtelkübel" aus Plastik (mit Bohrmaschine reich- lich rundum löchern) pflanzen und im Garten eingraben. So bekommt man die Wurzeln unter Kontrolle. Außerdem ermöglicht es einen späteren Umzug im Garten, wenn es vielleicht wegen eines neuen Schildkrötengehege nötig wird. Dann einfach die aus dem Kübel gewachsenen Wurzeln nahe am Plastik abstechen und aus der Erde nehmen.
Unser Maulbeerbaum (weiß) stammt im Übrigen aus Bosnien und wurde als abgeschnittener Trieb 1978 durch uns nach Freiburg gebracht. Drei Standortwechsel in 5 Jahren hat er über sich ergehen lassen,bis endlich feststand, daß er unser "Sitzplatz-Baum" wird. Dazu mußte er nun mit erheblichem Stammumfang noch ein letztesmal umziehen. Schon ein Jahr später war er mit den Wurzeln im Grundwasser und steht wie eine "eins". Er wird, wie schon die vergangenen zehn Jahre im Juni seine Früchte tragen, die duften und süß schmecken. Seinen Trieb durfte ich an einem gewaltigen Maulbeerbaum des Botanischen Gartens in Freiburg abschneiden, das war vor 11 Jahren.
Blätter und Frü,chte sind für die Schildkröten,Blätter und Zweige für die Wellensittiche und Agaporniden. Dickere Zweige und Äste brauchen wir für die Sitzstangen in den Käfigen und um Spielsachen für die Vögel zu basteln.


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05.09.2000 ©Gabriele Berg