Der geeignetste Baum, den Schildkröten- und
Vogelliebhaber pflanzen
sollten, ist der Maulbeerbaum. Eine sehr alte Kulturpflanze, auch
in
unseren Breiten, überall da, wo auch Reben gedeien.
Nach eigenen Nachforschungen in alten Lexikas stammt der
Maulbeerbaum/
strauch aus der gleichen ",Wurzel"
, wie die Brennessel,was man
eben an diesen Wurzeln noch gut erkennen kann.
Der Baum wird in der freien Natur riesengroß mit
weitausholender Krone.

Bei uns auf einem kleinen Grundstück sorgt der jährliche
Rückschnitt
für das richtige Habitat.
Die zu "erntenden" Zweige, Blätter und vorallem die
Früchte
schmecken den Tieren offensichtlich gut und sind ungiftig.
Es gibt weiße und schwarze Maulbeeren und das sollte man
berücksichtigen,
wenn man diesen genialen Baum zu seinem "Sitzplatz-Baum"
erklären möchte. In diesem Fall sind die weißen
Früchte vorzuziehen,
da es dann, wenn sie reif herunterfallen, keine hässlichen
Flecken auf
Stuhlauflagen und Kleidung gibt.
Der Maulbeerbaum ist so gut wie nie von " Plagegeistern"
(wie Läuse, winzige Mückchen usw.) befallen, wie man es
von Birken
oft kennt.
Wer keinen Maulbeerbaum/strauch bei einer Baumschule bekommen
kann,
hat die Möglichkeit selbst einen Baum zu ziehen.
Dazu genügen einige einjährige Triebe, die man mit
Wurzelhormon behandelt,
in Anzuchterde steckt und in "gespannter
Athmosphäre"wurzeln
läßt.Solche Triebe schneidet man am besten im Mai.
Bekommen kann man
sie von einem anderen Maulbeerbaum-Besitzer oder jemand vom
Botanischen
Garten gibt die Erlaubnis ein paar Zweige zu schneiden.
Später kann man den bewurzelten "Stecken" durch
Einkürzen des
Triebes in gewünschter Länge zum seitlichen Austrieb
bringen.
Nach sechs bis sieben Jahren hat man so schon ein kleines
Bäumchen.
Wer sich ängstigt,daß der Baum doch zu groß
werden könne, der kann ihn
auch in einen "Mörtelkübel" aus Plastik (mit
Bohrmaschine reich-
lich rundum löchern) pflanzen und im Garten eingraben. So
bekommt man
die Wurzeln unter Kontrolle. Außerdem ermöglicht es
einen späteren Umzug
im Garten, wenn es vielleicht wegen eines neuen
Schildkrötengehege nötig
wird. Dann einfach die aus dem Kübel gewachsenen Wurzeln nahe
am Plastik
abstechen und aus der Erde nehmen.
Unser Maulbeerbaum (weiß) stammt im Übrigen aus Bosnien
und wurde
als abgeschnittener Trieb 1978 durch uns nach Freiburg gebracht.
Drei
Standortwechsel in 5 Jahren hat er über sich ergehen lassen,bis
endlich
feststand, daß er unser "Sitzplatz-Baum" wird. Dazu
mußte er
nun mit erheblichem Stammumfang noch ein letztesmal umziehen.
Schon ein
Jahr später war er mit den Wurzeln im Grundwasser und steht
wie eine
"eins". Er wird, wie schon die vergangenen zehn Jahre im Juni
seine Früchte tragen, die duften und süß
schmecken. Seinen Trieb durfte ich an einem gewaltigen Maulbeerbaum des
Botanischen
Gartens in Freiburg abschneiden, das war vor 11 Jahren.
Blätter und
Frü,chte sind für die Schildkröten,Blätter und
Zweige für die Wellensittiche
und Agaporniden. Dickere Zweige und Äste brauchen wir
für die Sitzstangen
in den Käfigen und um Spielsachen für die Vögel zu
basteln.