Hamster und Mäuse!

Meine Erlebnisse mit Hamster und Mäusen!


Gabriele berichtet:

Meine kleine Schwester bekam eines Tages ihr eigenes Tier, einen Hamster. Damals war sie ungefähr 7 Jahre alt, während ich gerade mit der Ausbildung zur veterinär-medizinisch-technischen Assistentin begonnen hatte. Für ihren Hamster habe ich mich deshalb wenig interessiert. Als wir im Tierhygienischen Institut jedoch Mäuse bekamen, änderte sich das schlagartig. Damals konnten bestimmte Erreger nur im Test an Mäusen festgestellt werden. So kam eines Tages eine Mäuselieferung ins Institut und es war die Aufgabe von uns Schülern immer 10 Tiere in ein Behältnis zu setzen. Diesmal waren es keine typischen, weißen Labormäuse, sondern süße, schokoladenbraune Mäusekinder. Die Vorstellung, daß sie eines Tages ihr Leben für die Diagnostik opfern würden, war der Anlass wenigstens eine zu "retten". Als ich mit der Maus zu Hause ankam, stand ich vor dem Problem - wohin? Die ersten Tage verbrachte die Maus dann bei unserem Wellensittich im Käfig. Aber auf Dauer ging das nicht gut. Sie waren doch zu unterschiedlich. Also wurde ein Käfig gekauft und dabei gleich noch einen grauen Kollegen für die Maus. Micky, die schwarzbraune und Bogumil, der hellgraue bezogen ihr neues Heim und bekamen noch ein Holzhäuschen, zum Schlafen. Mäuse sind übrigens sehr reinliche Tiere, den Kot und die schmutzige Streu haben sie immer aus dem Käfig herausgeworfen. Micky saß am liebsten auf der Schulter von Ralph oder mir und ließ sich stundenlang streicheln. Wenn man nachließ und sie hatte noch nicht genug, zog sie leicht am Ohr, damit es weitergeht. Bogumil dagegen war eher ein Rabauke. Er liebte es, wenn man ihm Höhlen, Leitern usw. anbot, damit er ständig gefordert war.
Dies führte dann dazu, daß wir eine richtige Menagerie auf dem Küchentisch hatten. Der Hamster, Wellensittich und Rex, unser Münsterländer haben sich dann dazu gesellt und so war richtig was los. Rex legte seinen Kopf mit leicht geöffnetem Maul auf den Tisch und der Hamster rannte immer hindurch, von rechts nach links und umgekehrt. Inzwischen hatte der Wellensittich Bogumil am Tischrand verfolgt, bis der den Spiess umdrehte und den Vogel am Schwanz zog. Nur Micky hielt sich zurück, sie wollte nur schmusen. Passiert ist übrigens nie etwas.
Im Sommer haben wir das ganze dann nach draußen verlegt. Verständlich, meine Mutter war von der Belagerung ihres Küchentisches nie begeistert. So sind wir beispielsweise ins Münstertal auf eine Wiese bei St. Ulrich gefahren, wo wir alle Tiere, mit Ausnahme des Wellensittichs, frei lassen konnten. Da war das Holzhäuschen der Mäuse sehr wichtig. Sie mochten es so sehr, daß sie nicht weiter als einen halben Meter davon weggingen und wenn wir es einmal ganz wegnahmen, waren sie total verunsichert. So waren wir sicher, daß sie uns nicht ausbüchsten. Beim Hamster war das ein bißchen anders. Er begann immer sich eine Höhle zu graben und wir mußten ihn rechtzeitig wieder herausziehen, bevor er sich darin umdrehen konnte. Dann hätte er sie vermutlich mit den Zähnen verteidigt. Unser Rex hat auf uns alle immer ein wachsames Auge gehabt.


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10.09.2000 ©Gabriele Berg