Zeichng von Schildi

"Garatomi"!Homepage von Familie Berg


Wissenswertes über Schildkröten!,
Es ist gut, daß Landschildkröten heute mehr als 5 Euro kosten, so wird über den Preis der Kauf reguliert! Der Preis einer einjährigen Testudo hermanii liegt zwischen 100- und 220 Euro. Viele "Kurzzeitinteressierte" werden dadurch abgeschreckt. Für ältere Tiere wird dementsprechend mehr verlangt und für ein erfolgreiches Zuchtpaar wird ein ähnlicher Preis akzeptiert, wie bei Graupapageien oder Amazonen und kann durchaus die 500 Euro-Grenze überschreiten. Kalkuliert man jedoch die lange Lebensdauer der Schildis mit ein, relativiert sich der Preis sofort!

Sie werden ihre Schildi selten nachts zu sehen bekommen, da die Tiere tagaktiv sind. Sie gehören nicht zu den Frühaufsteher und da sie wechselwarme Tiere sind fangen sie den Tag gelassen mit einem "Sonnenbad" an, bis sie ihre "Betriebstemperatur" erreicht haben. Sie verbringen den Rest des Tages mit laufen, fressen, sonnenbaden, fressen und begeben sich relativ früh in ihre "Schlafhöhlen". Das können von Menschenhand gefertigte Unterschlüpfe jeder Art sein oder sie buddeln sich selbst irgendwie ein.

Obwohl es artgerechter wäre mehrere Schildis zu halten, beginnen viele Tierhalter mit dem Kauf eines Exemplares. Alle Schildis brauchen "ihren" Menschen. Und zwar nicht nur um gefüttert und gepflegt zu werden, sondern weil auch sie einen Anspruch auf Zärtlichkeit haben. Einzelgehaltene Tiere genießen es meist "stundenlang" am weit herausgestreckten Hals gekrault zu werden! Uns ist bekannt, daß manche Schildis so verwöhnt waren, daß sie sich nur noch von Hand füttern ließen, was wir jedoch übertrieben finden. Aber es stimmt, daß Schildis unsere Aufmerksamkeit verdienen und dem entsprechend Zeitaufwand.

Unsere Schildis sind selbstverständlich "intelligent" und gehören überhaupt zu den ältesten Tiergattungen und haben weitestgehend unverändert große Veränderungen überlebt. Natürlich handeln sie instinktiv, wenn sie bei Unbekanntem den Kopf einziehen, aber sie lernen schnell ihre "Versorger" zu erkennen und reagieren auf Rufen ihres Namens (jedenfalls beim Halten weniger Exemplare). Außerdem lernen sie bald, wo die Schwachstellen in ihrem Gehege sind und bleiben unerbittlich "am Ball", bis der Ausbruch gelungen ist.

Die meisten Menschen unterschätzen die Geschwindigkeit ihrer Schildi. Läßt man das Tier auch nur einen Moment unbeaufsichtigt im Gelände herumlaufen, verliert man sie schnell aus den Augen und findet sie (wenn überhaupt) manchmal drei Straßen weiter wieder. Auch beim Vorhalten ihrer Lieblingsnahrung kann man feststellen, daß diese Tiere sich durchaus rasant bewegen können. Beim Verfolgen eines Weibchens zeigen die Schilde-Männer wie schnell sie auf der Stelle wenden können.

Die Schildis leben nicht monogam, außer man zwingt sie dazu. Der männliche Sexualtrieb ist so ausgeprägt, daß es für ein Weibchen zuviel ist und darum ist es artgerecht,daß ein Männchen mit 3 - 4 Weibchen zusammen gehalten werden sollen. Besitzt man nun nur ein Paar, kann es nötig werden die Beiden für eine gewissen Zeit zu trennen, weil der ständige Begattungsversuch das Weibchen unter Streß setzt. So kann es geschehen, daß diese Weibchen nicht mehr zum Fressen kommt oder daß es sogar Schäden erleidet, durch Bisse oder zu häufiges "Aufreiten". Diesem Tier kann dann nur Erholung helfen! Eine erfolgreiche Vermehrung gelingt natürlich nur mit adulten Tieren. Trotzdem kann man das "Aufreiten" schon bei den Babies sehen. Früh übt sich, was ein Meister werden will!

Die Lautstärke stellt ein besonderes Problem für den Schildihalter dar. Schildkröten gelten landläufig als stumm. Das stimmt nicht! Wenn sie ein adultes Paar in ihrem Garten halten wollen, informieren sie ihre Nachbarn darüber, daß sie von Mai bis September mit mehr oder weniger lautem Stöhngeräusch leben müssen. Die Männchen stoßen diese Geräusche während eines Begattungsversuch aus und sie wollen doch sicher keine Anzeige riskieren, wegen öffentlichen Ärgernisses. Manche Tiere aber geben, so sie sich in höchster Not befinden (z.B. irgendwo eingeklemmt), die gleichen Geräusche von sich. Schon manches Tier konnte so von seinem Halter gerettet werden.

Damit die Tiere ihre "Gefangenschaft" nicht als solche empfinden, sollte das Gehege interessant gestaltet sein und öfter einmal eine Änderung erfahren. Mit der Zeit entstehen nämlich durch die Schildis richtige Straßen durch das Gelände und wenn hier dann plötzlich ein großer Stein liegt, werden sie gezwungen sich neu zu orientieren. Auch die Futtergabe sollte (nachdem sich die Tiere an ihre Menschen und deren Stimmen gewöhnt haben) nicht immer am selben Ort gegeben werden. Geruchsintensive Nahrung, wie vollreifes, süßes Obst, kann man auch unter Wurzeln oder Grasbüscheln etwas verstecken, damit alle Sinne der Tiere gefordert werden. Nicht abändern sollte man den Eiablagehügel, der stets unbewachsen sein soll und nach Süden zeigen muß.

Um die Tiere nicht zu gefährden, dürfen Gestaltungsmittel im Gehege nicht zu eng beieinander liegen. Als Mindestmaß gilt immer die Größe des größten Tieres plus einer Zugabe von 50%, damit sich die Tiere überall umdrehen können. Befindet sich ein Badebecken im Gehege, so sind sanfte Uferböschungen nötig, damit es hier nie zu Unfällen kommt. Sind Steinbauten oder -hügel vorgesehen, so müssen diese unbedingt standhaft aufeinander halten, weil Schildis mitunter gerne klettern und dabei nicht zimperlich sind, so daß ein Einstürzen unmöglich gemacht werden muß.
In große Gefahr können unsere Schildis geraten, wenn wir sie frei im Garten herumlaufen lassen. Kellertreppen, Maschendrahtzäune, Teiche und offene Gartentüren üben eine große Anziehung auf die Tiere aus. Sie sehen zwar wie kleine Panzer aus, ein Sturz aus großer Höhe kann jedoch innere Verletzungen bedeuten, die wir vielleicht erst zu spät bemerken.
Hält man Babies in einem noch neuerrichteten Gehege mit wenig schutzbietenden Pflanzen ist es sinnvoll ein Netz über die Anlage zu spannen um größere Vögel, wie Elstern und Raben abzuhalten.
Oft sind Schildis nicht die einzigen Haustiere, sondern sie sind "vergesellschaftet" mit Hund und Katze (bei uns sogar mit Vögel). Achten sie darauf, daß keines ihrer Fell- oder Federtiere auf die Schildis mit Eifersucht reagiert. Hund und Schildi können sehr gut miteinander auskommen, sollten jedoch nie längere Zeit ohne menschliche Aufsicht sein. Nicht alle Hunde bleiben gelassen, wenn ihnen eine Schildi stramm entgegengeht. Beruhigen sie ihren Hund durch streicheln, ruhige Worte und Lekkerlis, damit er die Schildkröte positiv erlebt. Fremde Hunde sollte man nicht in Kontakt mit den Schildis bringen. Regelmäßige Wurmkuren sollten für Schildi und Hund selbstverständlich sein. In den meisten Fällen (nach mikroskopischer Kontrolle durch THP/TA) genügt eine "naturheilkundliche" Wurmkur, wenn sie regelmässig alle 6 Wochen durchgeführt wird.
Natürlich gelten auch im Umgang mit Schildis die üblichen Hygiene-Maßnahmen, wie Handewaschen usw., besonders für Kinder! Es soll schon Schildis gegeben haben, die Träger von Salmonellen waren. Panik ist aber nicht angesagt!

Um bei den Krankheiten zu bleiben: Ja, Schildis können Träger verschiedenster Viren, Bakterien und Parasiten sein. Die meisten Erreger sind aber artspezifisch und für uns Menschen ohne Bedeutung. Es schadet aber nicht, wenn sie bei einem unerklärlichen Krankheitsbild ihren Arzt davon unterrichten, daß sie Schildkröten halten.
Alle möglichen Krankheiten der Schildis würde diese Seite sprengen, so wird hier nur auf einige Symtome eingegangen. Erkältungen sind z.B. häufig vorkommend, weil die Schildis zu kalt gehalten wurden, oder während der Übergangsphase zum Winterschlaf Durchzug bekommen haben. Wenn die Schildi ohne Grund schnaupt, rasselnd atmet oder gar schaumige Absonderungen an den Nasenlöchern hat ist größte Eile geboten - ab zum Zierheilpraktiker/Tierarzt!
Benimmt sich ihre Schildi ungewohnt, frißt nicht richtig, der Kot stinkt sehr, sie ist leicht apathisch - ab zum Tierarzt! Wahrscheinlich hat das Tier Würmer. Um genau zu sein, alle Schildis haben Darmparasiten. Mit diesen kommen sie mit Hilfe ihrer Abwehrkräfte gut zurecht. Nimmt die Zahl der Parasiten jedoch ungebremst zu, dann wird das Tier krank und muß behandelt werden.
Verletzungen an Panzer und Haut können, so sie nicht zu groß sind, zunächst einmal zu Hause behandelt werden. Desinfizieren und mit Wundsalbe einreiben wären die Sofortmaßnahme. Bei größeren Verletzungen muß der TA ran. Löcher im Panzer können "geflickt" werden. Angeblich sogar mit Kunstharz. Diese Mehode würden wir aber von der Einwilligung des TA abhängig machen.
Bei Schwellungen an den Gliedern darf eine Behandlung mit Hirudoidsalbe erfolgen. Wird keine Besserung nach 2-3 Tagen erziehlt, bleibt der Gang zum THP/TA nicht erspart.
Leidet eine Schildi unter Verstopfung, so kann das Einflösen von Olivenöl ( einige Tage), sowie ein längeres Bad in wärmerem Wasser helfen. Am geeignetsten sind dafür Spa-Bäder (für Fußbäder beim Menschen), sie halten die Wärme und so kann ein Bad eine Stunde und mehr dauern. Natürlich darf das Wasser nur so tief sein, daß sich die Nasenlöcher der Schildi im Freien befindet.

Daß Schildis "Grünzeug" fressen weiß jedes Kind, daß sie aber vielleicht etwas fressen, das sie nicht vertragen, daran denkt kaum einer. Es ist richtig, daß Schildis nie wirklich domestiziert sind, aber bedeutet das auch, daß sie in der freien Natur immer nur verträgliches zu sich nehmen? Wölfe z.B. fressen auch giftige Beeren und können daran sterben. Kein Hundebesitzer würde nun auf die Idee kommen, daß sein Hund allein weiß, was gut für ihn ist. Ist das bei Schildis genauso? Ich weiß es nicht! Darum bekommen unsere Schildis allerlei Unkräuter, die wir in möglichst unbelasteter Gegend sammeln, angeboten. Offensichtlich brauchen die Tiere im Frühjahr andere Pflanzen als im Sommer und Herbst. Deshalb sollte man ihnen stets eine abwechslungsreiche Nahrung anbieten. Obst bekommen die Schildis dann, wenn es in der Natur reif ist, also Kirschen in Juni, Zwetschgen im August usw. Hunde- und Katzenfutter sind nicht geeignet. Auch gekochter Reis dürfte nicht auf der natürlichen Speisekarte stehen.
Auch "harmloses" wie Vitamine können gut gemeint aber falsch verwendet - äusserst schädlich wirken. Fragen Sie Ihren THP/TA nach geeigneten Produkten und der generellen Notwendigkeit. Prinzipiell sollte alles in Rohkost vorgesetzt werden. "Homöopathische Dosen" von Haferschleim können dazu dienen den Schildis unliebsame Medizin oder Nahrungsergänzungen zu verabreichen. Wir sind von Agrobs-Heupeletts überzeugt, aber bisher gelingt es uns noch nicht wirklich, dies den Schildis zu vermitteln. Darum gibt es ruhig einmal Salatblätter "paniert" mit Agrobs. Es ist dann aber erstaunlich, wie viel Mühe sich hauptsächlich die Kleinen geben, um nur das saubere Salatblatt zu fressen.(grins)

Manchmal gelingt es unseren Schildis uns zu verblüffen. Daß sie Knochen fressen, auch Fleischreste von Knochen abnagen gehört dazu. Aber auch, daß sie ein Gefühl oder eine Erinnerung dafür haben, wo sie überwintern? Unser Wintergarten ist im Sommer leer und sieht dadurch völlig anders aus, als im Winter. Trotzdem laufen die Schildis, wenn sie "Freigang" im Garten haben, am späten Nachmittag in den Wintergarten und suchen ihre Winterschlafkiste auf um zu schlafen. Uns ist weiter aufgefallen, daß die meisten Versuche aus einem Gehege oder Terrarium in Richtung Ost-Süd-Ost unternommen werden! Eine Erklärung dafür konnten wir noch nicht finden.

Eigentlich sollten die Tiere auf den langen Winterschlaf vorbereitet werden, d.h. nicht mehr füttern, baden, einräumen. Was, wenn man dies einmal nicht kann, weil evtl. durch einen Kälteeinbruch die ganze Bagage schon schläft. Wir meinen, dann sollte man warten, entweder die Tiere wachen von allein bei höheren Temperaturen wieder auf oder sie schlafen den "Schlaf der Gerechten" bis zum Frühjahr. Erwärmen und wieder abkühlen nur des Bades wegen ist sicher schädlicher. Hatten die Tiere Zeit und ein Übergangsquartier so werden sie schon selbst in den Tagen zuvor keine Nahrung mehr zu sich genommen haben. Einer regelmäßigen Kontrolle während des Winterschlafes steht nichts entgegen, sie sollte nur ruhig und vorsichtig geschehen. Wird während des Winters jedoch ein Tier wach und bleibt es auch in den nächsten Tagen, so wird man nicht umhin kommen, diese bei wärmeren Temperaturen und Extralicht weiter zu pflegen.

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30.08.2011 12:43:16 ©Gabriele Berg