Florida-Rotwangen-Schmuckschildkroeten

Unsere Rotwangen-Schmuckschildkröten!



Sie waren so groß wie ein Fünfmarkstück, kosteten aber 7 DM. Weil Ralph bei sich zu Hause wegen des Mietrechts keine Tiere halten durfte, haben wir gleich 3 Stück gekauft. Der Zoohändler verkaufte uns zum Plastikbecken noch einen Aquariumheizer und wü,nschte uns viel Glück. Wir haben das Becken nett mit Wurzeln und Steinen eingerichtet und die Tiere eingesetzt. Nach 14 Tagen hatten sie blasigen Schnupfen. Der Tierarzt gab ihnen Aufbau- und Vitaminspritzen und uns die vage Hoffnung, wenn wir auch die Luft erwärmen, daß sie überleben könnten. Sie taten es nicht!
Chrysemys scripta elegans:Rotwangen-Schmuckschildkröte, USA, östl. und westl. des Mississippi, ruhige, verkrautete Gewässer, 26-28 Grad Wassertemperatur, 26-32 Grad Lufttemperatur, Freiland von Juni - Sept. mögl., tagaktiv, sonnt sich gerne, als Jungtier überwieg. Fleischfresser, später auch Pflanzen, Winterruhe wenigstens andeuten.
Nun wußten wir ja Bescheid. Die nächsten 3 Exemplare waren schnell gekauft, sofort zum Tierarzt, Aufbauspritze, Vitamine und ab nach Hause. Inzwischen war das Aquaterrarium umgebaut, eine zusätzliche Lampe erwärmte nun die Luft. Noch nie zuvor, sahen wir so muntere Kerlchen. Eusebia, Fix und Foxi hatten es jetzt echt gut und das führte innerhalb kurzer Zeit dazu, daß das Ganze vergrößert werden mußte. So wurde ein neues Aquterrarium gebaut, 1m x 50cm x 50 cm.
Was wir auch nicht wußten, daß so kleine Schildkröten soviel Abfall produzieren. Schon bald reichte ein wöchentlicher Wasserwechsel nicht mehr aus. Ein großer E-Heim-Filter erleichterte uns dann die Prozedur. Da wir ja auch Terrarien hatten und sowieso immer Futtertiere fangen mußten, bekamen auch die Rotwangen Insekten, Würmer usw. sie haben aber auch rohes Hack, ja selbst Fleischwurst nicht verschmäht.
Nach 10 Jahren jedoch wurde das Tierzimmer als Kinderzimmer gebraucht und wir sahen uns nach einem guten Platz für unsere Rotwangen um. In der Meinung, daß sie es gut haben würden, brachten wir sie zum Aquarienverein in den Mundenhof (Tiergehege). Groß war unser Entsetzen, als wir ein paar Wochen später nach ihnen sahen. Sie teilten sich mit einem schon recht passablen Krokodil den Lebensraum. Mehrere Leute hatten damals wohl die Idee mit dem Mundenhof, denn es waren recht viele Rotwangen im Becken. Fast alle hatten Kratzer und Fraßstellen von dem Krokodil. Als wir später nachfragten, was aus ihnen geworden ist, bekamen wir keine schl6uuml;ssige Antwort
Chrysemys picta:USA, östl. und nördl. des Mississippi, ruhige, krautige Gewässer, 20 - 25 Grad Wasser- und Lufttemperatur, Freiland von Mai - Oktober, tagaktiv, Fleisch - und Pflanzenkost.
Als wir unseren Gartenteich schon einige Jahre hatten, bekamen wir eine Zierschildkröte geschenkt. Minni, war das Tier eines Jungen, der jetzt andere Hobbies hatte. sie war sehr menschenbezogen, kam auf Rufen ihres Namens und nahm die Würmer aus der Hand. Als wir Minni für den Winterschlaf einfangen wollten, fanden wir sie nicht mehr. Doch im nächsten Frühling war sie wieder zur Stelle. Drei Jahre hatten wir viel Freude an ihr, doch dann war der Geschlechtstrieb wohl 6uuml;bermäßig und sie begann abzuhauen. Zweimal bekamen wir sie zurü,ck und obwohl wir alles mögliche unternahmen um den Garten ausbruchsicher zu machen, gelang ihr die Flucht. Nichts ist schlimmer zu ertragen, als wenn man nicht weiß, was aus einem Tier geworden ist. Wurde sie überfahren? Hat sie den weg in den nächsten Baggersee oder Gartenteich gefunden?


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10.09.2000 ©Gabriele Berg